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Saison 2020.1

Die Saison begann so schön: erst das wunderbare Seglertreffen im Elsass mit Eva und Frank von der SY Eira. Dieses Wochenende hat mir geholfen, Kraft zu tanken. Liebe Eva, lieber Frank Euer Schicksal geht mir zu Herzen und ich hoffe, dass es auch für Euch bald ein HappyEnd gibt. Eva hat unser Treffen schon in Ihrem Blog beschrieben. Wer will:☸️ https://sy-eira.org/2020/03/26/tausdend-tage-an-bord-und-eva-allein-daheim/

Dann der Besuch der Boot Düsseldorf, verbunden mit dem Wiedersehen liebgewordener Menschen.

Gefreut haben wir uns den ganzen Winter auf den Moment, wenn wir wieder zur FairLady können. Geplant waren 2 Wochen im Mai. Einwassern, klar Schiff machen und unser, auf der Boot Düsseldorf neuerstandenes Radar zu verbauen. Im Winter haben wir schon die Fotos unserer neuen Sitzkissen bekommen. Hab ich mich schon gefreut, sie in real zu sehen. Auf den Fotos sehen sie ja doch heller aus als bestellt. Was meint Ihr?

Der Termin für die Flottille, der wir uns anschliessen wollten, von Danzig über Kaliningrad nach Klaipeda war bestätigt. Anschliessend sollte es weiter gehen bis ins Baltikum: Lettland, Estland.

Neue Länder, neue Kulturen….

Und dann kam Corona und die Welt ist nicht mehr das was sie wahr: 2020.2

 

Aber an den Urlaub habe ich erst mal gar nicht gedacht. Wir hatten ein viel gravierendes Problem. Eine Woche vor Grenzschliessung hatte ich meine demente Mutter zu mir in die Schweiz geholt. Der Aufenthalt sollte 2-4 Wochen dauern, bis sie in Schleswig-Holstein in Ihr Pflegeheim konnte, in das mein Vater aus Solidarität in der Woche zuvor schon mal eingezogen war. Das Problem war, das sie sie nicht beide gleichzeitig aufnehmen konnten…

 Und dann von einem Tag auf den anderen ging gar nichts mehr. Keine Einreise nach Schleswig, keine Aufnahme in die Heime und wenn nach Deutschland, dann nur mit 2-wöchiger Quarantäne. Mein Vorschlag mit Ihr 2 Wochen in Quarantäne in eine Ferienwohnung vor Ort zu gehen, wurde vom Gesundheitsamt als nicht akzeptabel gewertet. Das Heim konnte noch keinen Quarantäneplatz anbieten. Sie hatten sogar Probleme, ihre Einwohner aus den Krankenhäusern zurück zu bekommen. Könnt Ihr Euch die Belastung für die alten Menschen vorstellen? – Für meine Mutter war es eine Belastung, dass sie nicht bei meinem Vater sein konnte, auch weil sie inzwischen nicht mehr weiss, dass sie Kinder hat. Obwohl ich das letzte halbe Jahr im Wechsel immer 5 Tage bei Ihr, zwei Tage im Zug und 5 Tage zu Hause war, hörte ich von Ihr öfter die Frage: Woher kennen wir uns eigentlich? 

 

Nun nach viel hin und her schreiben und telefonieren, mal ja geht, nein geht nicht, haben wir beim Gesundheitsamt wohl endlich die richtigen Leute erwischt und plötzlich ging alles ganz schnell. Sie darf kommen. Nur wie? -  Meine Schwester und ich hatten uns einen Plan zurechtgelegt und hier auch ein ganz grosses Dankeschön an Ihren Chef, dass er Ihr so spontan Urlaub gegeben hat. 

 

Ich darf ja nicht nach Deutschland einreisen, ohne selbst 2 Wochen in Quarantäne zu müssen. Fraglich ob ich ohne deutschen Wohnsitz überhaupt einreisen dürfte. Also haben wir, nach Absprache mit der zuständigen Grenze eine Übergabe gemacht. Ich habe meine Ma nach Basel gefahren und meine Schwester hat sie dort eingesammelt und bis Rendsburg gebracht. Eine Mammutfahrt, aber es ist alles gutgegangen. 

 

Hier noch mal ein dickes Dankeschön an das Gesundheitsamt Rendsburg und die Pflegeleitung des Seniorenhauses für die tatkräftige Unterstützung. Ein ganz besonderer Dank auch an meinen Sohn, der mir zur Seite stand und geholfen hat, wie auch an meinen Schwager und meine Nichte, die alle Ihre Zeit für diese Aktion zur Verfügung gestellt haben. Und natürlich nicht zu vergessen: Danke Schwesterherz, das Du mich nicht im Stich gelassen hast.

 

Nun ist meine Mutter seit einer Woche in Rendsburg und mein Vater sitzt mit Ihr gemeinsam die Quarantäne aus. – Ja und ich komme so langsam wieder zu mir.  Ich hätte nicht gedacht, dass so eine Situation einen so tiefen seelischen Stress auslösen kann. 

Am kommenden Sonntag wären wir nach Danzig geflogen. In Polen darf man zurzeit nur einreisen, wenn man sich einer 2- wöchigen Quarantäne unterzieht. Also haben wir die Flüge storniert. 

Die FairLady darf auf ihrem Platz bleiben, welches schon mal eine grosse Erleichterung ist.

 

Unsere Kissen, welche natürlich schon lange fertig sind wurden von unserem Freund Michal abgeholt und deponiert. Er ist für uns zur FairLady gefahren (fast 30km), da der Segelmacher unsere neue Kuchenbude geliefert hat. Er hat alles für uns kontrolliert, so dass wir beruhigt die Überweisung tätigen konnten. Eine ganz dicke Umarmung nach Gdynia!

Ein Vorteil von Corona, der Fall des Euros hat die Kuchenbude (und die anderen Dinge) noch mal gut 500 CHF günstiger gemacht.

 

Unser Plan für den Sommerurlaub mit der Flottille der SouthCoastBaltic von Danzig über Kaliningrad nach Klaipėda zu segeln wurde vom Veranstalter auf 2021 verschoben. Verständlich bei den russischen Corona - Verhältnissen.

 

Je nach dem wie die Lage sich jetzt entwickelt, denken wir darüber nach im August noch mal nach Danzig zu fliegen. Der Werder – Weichsel - Ring schwebt uns vor. Wofür haben wir einen Motorsegler ;-)

 

Zurzeit sortiere ich das Foto/Film Material von 2019. Leider stürzt momentan mein Schnittprogram immer wieder ab. Aber ich versuche Euch zumindest so noch etwas zu bieten. Geduld ist gefragt ;-)

 

 

So meine Lieben, wir hoffen Euch geht es in jeder Hinsicht gut. Bleibt gesund!🍀 

 

LG aus der Schweiz

 

Anja und Klaus

 

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